Unter dem Titel „Irgendwo klopft der Specht“ beschreibt die Wiener Autorin Ruth Linhart die Schönheit des 13. Wiener Gemeindebezirks Hietzing in Haiku-Versen.
Schwarze Wolken dräun
vom Lainzer Tiergarten her.
Stechende Hitze.
Haiku ist eine traditionelle Gedichtform aus Japan. Die Verse bestehen aus 17 Silben, die sich auf drei Zeilen aufteilen. Inhaltlich besteht immer ein Bezug zur Jahreszeit und in der dritten Zeile wartet stets ein Überraschungsmoment.
Ruth Linhart ist Autorin und begeisterte Japanologin, was ihr Liebe zu Haiku-Versen erklärt. Schon als kleines Kind haben sie die japanischen Schriftzeichen fasziniert und damit sogar ihre Studienwahl Völkerkunde, damals war Japanologie ein Teil davon, beeinflusst. Ihr Berufsweg führte sie in den Journalismus, doch die Leidenschaft für Haiku-Verse ist in der Pension wieder aufgeflammt.
Eigentlich lebt Ruth Linhart gemeinsam mit ihrem Mann Hans Hauer in Margareten, also im fünften Wiener Gemeindebezirk. Das Ehepaar hat aber einen kleinen Garten in Hietzing, den sie während des Lockdowns besonders häufig besucht haben, um die Zeit im Grünen zu verbringen. Inspiriert von der Schönheit des 13. Wiener Gemeindebezirks und im Schatten der Corona-Pandemie, entstanden 123 Haiku-Verse, die im Buch „Irgendwo klopft der Specht“ zu finden sind.
Dabei ist das Buch nicht nur literarisch interessant, sondern auch eine wahre Kostbarkeit. „Irgendwo klopft der Specht“ ist im Eigenverlag erschienen und nur bei der Künstlerin erhältlich. Dabei ist jedes Exemplar ein Unikat. Die Bücher werden von Hans Hauer eigenhändig mit japanischem Washi-Papier gebunden und Seite für Seite zusammengenäht. Somit ist dieses Buch ein Gesamtkunstwerk und eine wahre Empfehlung!

Instagram