Abrocken in Wohnzimmeratmosphäre – SKINDRED in der SiMM City

Am Dienstag, den 10. Dezember 2019, besuchte die Waliser Crossover-Band SKINDRED die SiMM City in Wien. Mit dabei waren als Support die heimische Rockband PSYCHO VILLAGE und die norwegische Punk-Rock-Band BLOOD COMMAND.

Wer schon einmal in der SiMM City war, weiß, dass diese Konzertlocation etwas ganz Besonderes ist. In einem Einkaufszentrum mitten elften Wiener Gemeindebezirk Simmering, versteckt sich der Festsaal hinter zwei grünen Brandschutztüren. Über eine Stiege geht es hinauf, auf der linken Seite eine Garderobe und Bar, geradeaus ein Kobel, der sich bald als Abendkassa herausstellt, rechts eine verspiegelte Wand hinter der sich der Festsaal verbirgt. Auf den ersten Blick scheint es eine unpassende Location für Rock- oder Metal-Konzerte zu sein, da ein sauberer Parkettboden und eine kleine Bühne warten. Wenn dann aber der erste Sound zu hören ist, wird klar, das wird ein Hammerkonzert. Beim Rundumblick durch den Saal wird einem bewusst, dass man den Live-Act in Wohnzimmer-Atmosphäre erleben wird, fast im Kreis der besten Freunde.

So auch am Dienstag, den 10. Dezember 2019, als kurz nach 21.30 Uhr die Herren aus Wales, Sänger Benji Webbe, Gitarrist Mikey Demus, Bassist Daniel Pugsley und Schlagzeuger Arya Goggin, besser bekannt als SKINDRED in Begleitung einer abgewandelten Version des Imperialen Marsches aus der ursprünglichen Star Wars Trilogie die Bühne betreten. Die Halle tobt! Ohne viel zu Fackeln starten sie gleich mit „Sound The Siren“ in den energiegeladenen Abend. Gefolgt von „Pressure“, der zweiten Singleauskopplung ihres Debütalbums „Babylon“, das mit einem AC/DC-Riff angereichert wird. Die Band peitscht das Publikum durch die Setlist, wobei sowohl alte als auch neue Werke ihren Raum bekommen. Von „Rat Race“ über „Ninja“ treibt Sänger Benji Webbe das Publikum zu Gesangsleistungen und Bewegung an. In der Halle steht die heiße Luft, aber das ist egal! Plötzlich wird Benji sentimental und erzählt die berührende Story seines Freundes Sean, der für ihn überraschend an Krebs gestorben und Grund für die folgende Ballade ist. „Saying It Now“ wird vom Publikum mit Feuerzeugen und Taschenlampen-Leuchten begleitet. Danach nimmt die Show sofort wieder Fahrt auf, denn dank des herausragenden DJs Dan Sturgess wird „Kill The Power“ mit „Out Of Space“ von Prodigy abgemischt. Mit „Nobody“ gibt es dann kein Halten mehr, die Halle wird zu einem einzigen großen Circle Pit. Schlusspunkt des Abends ist dann „Warning“ bei dem Karina Ljone, die Sängerin der norwegischen Punk-Rock-Band BLOOD COMMAND auf der Bühne gesanglich mithilft. Das Publikum wird noch einmal richtig gefordert – mit Hinhocken, gemeinschaftlichen Aufspringen, T-Shirt wedeln und mitsingen. Durchgeschwitzt, vollkommen fertig und gleichzeitig unendlich glücklich verlassen Band und Publikum das unscheinbare Einkaufszentrum mitten in Simmering.